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Jansky Preis für Prof. Reinhard Genzel

Reinhard Genzel
Bild: MPE
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Das nationale Radioastronomie-Observatorium NRAO der USA gab kürzlich bekannt, dass
Prof. Reinhard Genzel, Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, den
"Karl G. Jansky"-Preis 2010 erhält. Jansky, nach dem der Preis benannt ist, entdeckte 1932
zum ersten Mal Radiowellen von einer kosmischen Quelle. Zu seinem Andenken wird der Preis für
außergewöhnliche Beiträge zur Weiterentwicklung der Radioastronomie verliehen.
Karl Jansky war außerdem der erste, der Radiowellen vom Zentrum unserer Milchstraße entdeckte und
am 2. November 2010 wird Genzel in Charlottesville die neuesten Ergebnisse zu dieser Region präsentieren.
In seinem Jansky-Vortrag über "Das Schwarze Loch im galaktischen Zentrum und den zentralen Sternhaufen"
wird er erklären, warum die Beobachtungen über das gesamte elektromagnetische Spektrum hinweg zu der
Schlussfolgerung führten, dass SgrA* ein Schwarzes Loch sein muss, und wie dieses Schwarze Loch - laut
unserem gegenwärtigen Kenntnisstand - mit dem umgebenden Sternhaufen wechselwirkt, und dabei auch das
Rätsel der jüngsten Sternentstehung nahe dem Loch ansprechen.
Obwohl das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße das zentrale Forschungsgebiet von Genzel und
seiner Gruppe ist, untersucht er auch die Zentren anderer Galaxien und ob der Einfall von Materie auf
massereiche Schwarze Löcher oder die bei der Sternentstehung frei werdenden Energien aktive Galaxien
antreiben. Dafür entwickelte er zusammen mit Kollegen Instrumente für Sub-Millimeter- und
Infrarot-Wellenlängen, um die Zentralregionen von Galaxien zu untersuchen. Neue Entwicklungen bei
der adaptiven Optik und der Interferometrie werden weitere Fortschritte bei hoch-aufgelösten Bildern
und spektroskopischen Beobachtungen von Galaxien möglich machen, mit den unterschiedlichsten Teleskopen
wie Herschel, VLT und Keck.

Karl G. Jansky
Bild: NRAO
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Für seine Arbeiten erhielt Genzel bereits mehrere internationale Preise und Auszeichnungen
wie den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis (1990), den Shaw-Preis (2008) oder den "Galileo 2000"-Preis
(2009). Genzel wurde 1986 zum Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik ernannt,
besucht die USA aber regelmäßig, da er auch Professor an der Universität von Kalifornien, in Berkeley,
ist. Im Jahre 2000 wurde er als auswärtiges Mitglied in die nationale Akademie der Wissenschaften der
USA aufgenommen.
Das nationale Radioastronomie-Observatorium NRAO ist eine Einrichtung der National Science Foundation
und wird von den Associated Universities Inc. betrieben. Es unterhält mehrere, sich ergänzende Teleskope,
wie das Very Large Array (VLA), eine Anordnung aus 27 Radioteleskopen, und das Very Long Baseline Array
(VLBA), eine Anordnung aus 10 Radioteleskopen und das astronomische Teleskop mit der höchsten Auflösung.
Das NRAO beteiligt sich auch am Bau zweier internationaler Großgeräte, dem Atacama Large
Millimeter/submillimeter Array (ALMA), zusammen mit Europa, Japan und Chile und dem Expanded Very
Large Array (EVLA), in Zusammenarbeit mit Kanada und Mexiko, das einen großen Schritt hin zum
internationalen Square Kilometre Array (SKA) darstellt.
Links:
Jansky Preis (in englischer Sprache)
Kontakt:
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