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Fermi-Teleskop findet riesige "Gamma-Blasen" in der Milchstraße
Wissenschaftler haben eine bisher unbekannte Struktur in der Milchstraße gefunden, als sie öffentlich
zugängliche Daten des "Large Area Telescope" (LAT) von Fermi bearbeiteten. Das LAT hat die höchste
Empfindlichkeit und die beste räumliche Auflösung von allen bisherigen Gammastrahlendetektoren; das
MPE ist an der wissenschaftlichen Auswertung der LAT-Daten beteiligt. Die nun neu entdeckte Struktur
erstreckt sich über 50.000 Lichtjahre und könnte der Überrest einer Eruption vom riesigen Schwarzen
Loch im Zentrum unserer Galaxis sein. Eine wissenschaftliche Veröffentlichung zu diesen Ergebnissen
erscheint in Kürze im Astrophysical Journal.

Eine riesige Gammastrahlenstruktur wurde bei einer erneuten Analyse der Fermidaten bei Energien
von 1 bis 10 Milliarden Elektronvolt entdeckt. Die hantelförmige Struktur (in der Bildmitte)
dehnt sich vom galaktischen Zentrum 50 Grad nördlich und südlich der galaktischen Ebene aus.
Bild: NASA/DOE/Fermi LAT/D. Finkbeiner et al..
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Die Wissenschaftler führen nun weitere Analysen durch um besser zu verstehen, wie sich diese riesige
Struktur gebildet hat. Die Emissionen aus diesen Blasen sind sehr viel energiereicher als der
"Gammastrahlennebel" im Rest der Milchstraße; dieser Nebel entsteht, wenn Teilchen, die sich fast
mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, mit Licht und interstellarem Gas wechselwirken. Die Blasen scheinen
auch klar erkennbare Ränder zu haben. Aufgrund der Form und der Emissionen der Struktur gehen die
Wissenschaftler von einer großen und relativ schnell ablaufenden Energieabgabe als Ursache aus.
Eine mögliche Quelle einer derartigen Energie ist ein Teilchenstrahl vom supermassereichen Schwarzen
Loch im galaktischen Zentrum. In vielen anderen Galaxien sehen die Astronomen derartige, so genannte
"Jets", die durch auf das Schwarze Loch einfallende Materie angetrieben werden. Auch wenn es keinen
Hinweis darauf gibt, dass unsere Milchstraße heute einen solchen Jet besitzt, könnte sie in der
Vergangenheit einen gehabt haben. Die Blasen könnten aber auch das Ergebnis intensiver Sternentstehung
sein, wie derjenigen, die die vielen massereichen Sternhaufen im Zentrum der Milchstraße vor einigen
Jahrmillionen gebildet hat.
Hinweise auf die Blasen gibt es auch in früheren
ROSAT-Daten
sowie von WMAP, das ein übermäßig großes
Radiosignal an der gleichen Stelle entdeckte. All diese Daten deuten darauf hin, der Energieausbruch
im galaktischen Zentrum auf eine Kombination von unterschiedlichen Mechanismen zurückgeht. Die Autoren
kommen zu dem Schluss, dass verfeinerte Messungen mit
eROSITA
und Planck nötig sein werden, um diese
unterschiedlichen Szenarien unterscheiden zu können.
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