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Neues Licht auf dunkle Gammastrahlenausbrüche
Gammastrahlenausbrüche gehören zu den energiereichsten Phänomenen im Universum. Doch im sichtbaren
Licht betrachtet verursachen einige dieser gigantischen Explosionen nur ein erstaunlich schwaches
Glimmen. Nun haben Astronomen vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und anderer
Institute herausgefunden, dass für diese so genannten "dunklen" Gammastrahlenausbrüche keine
exotischen Erklärungsansätze nötig sind: Im Rahmen der bisher umfangreichsten Studie solcher
Ereignisse, durchgeführt mit dem GROND-Instrument am MPG/ESO 2,2 Meter-Teleskop auf La Silla
in Chile, gelang es, die Lichtschwäche der dunklen Gammastrahlenausbrüche durch eine Kombination
verschiedener Faktoren zu erklären. Den größten Einfluss übt dabei Staub zwischen der Erde und
dem Explosionsort aus.

Staub in der Umgebung eines Gammastrahlenausbruchs schwächt die Strahlung ab und verfärbt sie, bevor sie
den Beobachter erreicht.
Bild: MPE / J. Greiner
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Gammastrahlenausbrüche, auf Englisch Gamma-Ray Bursts (GRBs), erscheinen ohne Vorwarnung und
dauern zwischen Bruchteilen einer Sekunde und mehreren Minuten. Um ihre hochenergetische
Gammastrahlung zu beobachten, ist es nötig, Weltraumteleskope einzusetzen. Vor dreizehn Jahren
entdeckten Astronomen allerdings, dass diese gewaltigen Explosionen auch weniger energiereiche
Strahlung erzeugen, die dafür über viel längere Zeiträume beobachtbar ist: Dieses "Nachglühen"
des Gammastrahlenausbruchs kann mehrere Wochen bis Jahre andauern. Während alle
Gammastrahlenausbrüche ein Nachglühen im Röntgenbereich aufweisen, wird nur etwa bei der
Hälfte von ihnen auch sichtbares Licht beobachtet. Die übrigen GRBs bleiben in diesem
Spektralbereich seltsamerweise unsichtbar.
"Die Untersuchung des Nachglühens eines Gammastrahlenausbruchs liefert entscheidende Hinweise
darauf, was für ein Objekt dort explodiert ist - zum Beispiel ein sehr massereicher Stern. Das
ermöglicht es uns, Zusammenhänge zwischen den Ausbrüchen und der Sternentstehung im frühen
Universum zu erforschen", erklärt Jochen Greiner vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische
Physik, der Leiter der Studie.
Der Swift-Satellit der NASA-Satellit Swift kann von seiner Umlaufbahn oberhalb der Erdatmosphäre
aus Gammastrahlenausbrüche direkt nachweisen. Ist ein Ausbruch festgestellt, übermittelt der
Satellit dessen Position am Himmel sofort an andere Teleskope, die sofort Ausschau nach dem
Nachglühen des GRBs halten. Für die jetzt veröffentlichte Studie haben Astronomen die Daten von
Swift mit Beobachtungen mit dem GROND-Instrument verknüpft, dem "Gamma-Ray Optical and
Near-infrared Detector" GROND, der am Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in
Garching und unter Mitwirkung der Thüringer Landessternwarte Tautenburg entwickelt und gebaut
wurde und seit August 2007 am MPG/ESO 2,2 Meter-Teleskop auf La Silla in Chile eingesetzt wird.
Entscheidend für die Untersuchung des Nachglühens ist die Fähigkeit von GROND, im so genannten
"Rapid Response Mode" innerhalb von wenigen Minuten nach der Entdeckung eines Bursts durch Swift
mit den Beobachtungen beginnen zu können. GROND beobachtet gleichzeitig in sieben Filterbändern,
die sowohl sichtbares als auch nahinfrarotes Licht abdecken.
Mit vergleichbar umfangreichen Sätzen an Beobachtungsdaten - sowohl von GROND als auch von anderen
Großteleskopen einschließlich des Very Large Telescope der ESO - machten sich die Forscher daran,
die Entfernungen nahezu aller Bursts in ihrer Beobachtungskampagne abzuschätzen. Wie sich ergab,
wird das Nachglühen bei einem nennenswerten Anteil davon durch Staub auf etwa 60-80% der
ursprünglichen Helligkeit abgeschwächt. Die so genannte kosmologische Rotverschiebung sehr ferner
Ausbrüche verstärkt diesen Effekt, so dass einen Beobachter auf der Erde lediglich noch 30-50%
des Lichtes erreicht. Die Schlussfolgerung der Astronomen: Die meisten der optisch dunklen
Gammastrahlenausbrüche sind gerade diejenigen Ereignisse, bei denen das Nachglühen im sichtbaren
Licht komplett vom Staub verschluckt wurde, bevor es uns erreichen konnte.
"Verglichen mit vielen anderen Instrumenten an Großteleskopen ist GROND ein preiswertes und
relativ einfaches Gerät. Dennoch war es in der Lage, das Rätsel der optisch dunklen Gamma-Ray
Bursts endgültig aufzuklären", schließt Greiner.
| Originalveröffentlichung : |
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The nature of “dark” gamma-ray bursts
J. Greiner, T. Krühler, S. Klose, P. Afonso, C. Clemens, R. Filgas, D. H. Hartmann,
A. Küpcü Yoldas, M. Nardini, F. Olivares E., A. Rau, A. Rossi, P. Schady and A. Updike
A&A 526, A30 (2011) (in englischer Sprache)
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| Pressemitteilung : |
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ESO Pressemitteilung (in englischer Sprache)
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| Weiterführende Verweise : |
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GROND Webseiten am MPE (in englischer Sprache)
GROND Bilder am MPE
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| Kontakt : |
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Dr. Jochen Greiner
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Garching
Tel.: +49 89 30000-3847
E-Mail: jcg@mpe.mpg.de
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Dr. Hannelore Hämmerle
Pressesprecherin
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Garching
Tel.: +49 89 30000-3980
E-Mail: hanneh@mpe.mpg.de
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