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Rund um den Plasmakristall - MPE heißt Kosmonauten und Physiker zum "PK-3 Plus"-Symposium willkommen
Mitte Dezember fanden sich mehr als 50 Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für extraterrestrische
Physik (MPE) ein, um in einem zweitägigen Symposium über die Plasmakristallexperimente auf der
internationalen Raumstation ISS zu diskutieren. Das sehr interessante wissenschaftliche Programm
mit etwa 30 Vorträgen zu den verschiedensten physikalischen Phänomenen, die mit diesen Experimenten
im All und in Labor untersucht werden, wurde durch eine besondere Veranstaltung für Garchinger
Schüler ergänzt: zwei Kosmonauten besuchten sie am 16. Dezember.
Ein Plasma bildet sich, wenn Gas entweder so stark erhitzt wird, dass sich seine Moleküle in Ionen und
freie Elektronen aufspalten, oder wenn das Gas einer Hochfrequenzentladung ausgesetzt wird. MPE
Forscher haben herausgefunden, dass Plasmen unter besonderen Bedingungen flüssig werden können oder
sogar kristallisieren. In einem derartigen, sogenannten "komplexen Plasma" befinden sich winzige
Teilchen, die regelmäßige Strukturen bilden können. Obwohl diese Teilchen sehr klein sind (etwa ein
Tausendstel Millimeter groß), sind sie im Vergleich zu Molekülen doch sehr groß, so dass die
Wissenschaftler bestimmte Prozesse auf der Basis einzelner Teilchen und quasi in Zeitlupe verfolgen können.

Zwei Kosmonauten beim Besuch einer Garchinger Grundschule
Bild: Michael Kretschmer, MPE
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Wegen der Erdanziehung müssen einige der Plasmakristallexperimente im All von Kosmonauten durchgeführt
werden. Inzwischen haben diese Experimente in der Schwerelosigkeit eine lange Tradition (siehe auch die
MPE Pressemeldung vom 27. Januar 2010):
Juri Baturin, einer der Kosmonauten, die zum PK-3 Plus Symposium kamen, war der erste Kosmonaut,
der vor 12 Jahren das "Plasmakristallexperiment" auf der Weltraumstation MIR durchführte. Abgesehen
von den medizinischen Experimenten sind die MPE Plasmakristallexperimente diejenigen, die am längsten
im Weltraum durchgeführt werden.
Sich direkt mit den Kosmonauten austauschen zu können ist für die Wissenschaftler äußerst wichtig, nicht
nur um so etwas über deren Erfahrungen mit dem Experiment zu lernen und Impulse für die Weiterentwicklung
zu erhalten, es ist auch ein besonderes Erlebnis sich mit ihnen über die Lebens- und Arbeitsbedingungen
im All zu unterhalten. Dieses Jahr kamen auch 200 Schüler der Garchinger Grundschule Ost sowie einige
Klassen des Gymnasiums in diesen Genuss: Die Kosmonauten Mikhail Tjurin und Oleg Kotov besuchten sie
und zeigten sich beeindruckt, wie aktiv und wissbegierig die Schüler waren. Auch die Russisch-Englische
Sprachbarriere stellte kein Hindernis dar.
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