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Weltraumteleskop weist Antimaterie aus Gewittern nach
Normalerweise blicken Astronomen in die Tiefen des Alls, bei dem Ergebnis, das am Montag 10. Januar bei
einem Treffen der American Astronomical Society vorgestellt wurde, allerdings handelt sich um ein
Antimateriesignal von der Erde, das mit dem Fermi Gammastrahlen Weltraumteleskop der NASA nachgewiesen
wurde. Diese Antimaterieteilchen entstanden in energiegeladenen Prozessen über Gewitterwolken und führten
zu einem Gammastrahlenblitz, als sie auf dem Raumschiff auftrafen. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut
für extraterrestrische Physik waren für die Entwicklung der Detektoren und Stromversorgung des Fermi
Gamma-ray Burst Monitors (GBM), verantwortlich, mit dem der Nachweis dieser Teilchen gelang, und trugen
bei dieser Entdeckung sowohl zur Datenauswertung als auch zur Kalibration bei.

Während Fermi sich über Ägypten befand, fing der GBM das Signal eines Teilchenstrahls auf, der durch einen TGF in
ein Gewitter unterhalb des sichtbaren Horizonts erzeugt wurde.
Bild: NASA/Goddard Space Flight Center
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Wenn ein Antimaterie-Teilchen auf Fermi trifft, so kollidiert es mit einem normalen Materieteilchen.
Beide Teilchen löschen sich gegenseitig aus und dabei wird Gammastrahlung bei einer charakteristischen
Energie frei. Die vom GBM nachgewiesene Energie beträgt 511 000 Elektronvolt, was auf die Annihilation
von einem Elektron und seinem Antimaterieteilchen, einem Positron, hinweist. (Sichtbares Licht hat
Energien zwischen 2 und 3 Elektronvolt.)
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Antimaterieteilchen in einem Gammastrahlenblitz auf
der Erde ("terrestrial gamma-ray flash", TGF) erzeugt wurden. Derartige kurzzeitige Energieblitze
entstehen in Gewittern und sind wohl auch bei der Bildung von Blitzen beteiligt. "Diese Lichtteilchen
haben typischerweise Energien von 20-40 Millionen Elektronvolt, und können direkt als TGF nachgewiesen
werden," sagt Andreas v. Kienlin, der MPE-Wissenschaftler, der die Entwicklung des Fermi GBM leitete.
Es wird geschätzt, dass sich täglich etwa 500 TGFs ereignen, wovon die meisten unentdeckt bleiben.
Fermi's GBM hat seit dem Start etwa 130 TGFs nachgewiesen, obwohl seine Hauptaufgabe die Beobachtung
hochenergetischer Vorgänge im fernen Universum ist. Am 14. Dezember 2009 befand sich Fermi über Ägypten,
der Gewittersturm tobte aber in Zambia, etwa 4500 Kilometer weiter südlich. Da sich das Gewitter damit
für Fermi unterhalb des Horizonts befand, konnte es keine Gammastrahlen nachweisen, die dort ausgesandt
wurden. Elektronen und Positronen mit hoher Geschwindigkeit, die im TGF entstanden, konnten aber entlang
des Erdmagnetfelds zu Fermi gelangen und dort einen Gammablitz erzeugen, der dann vom GBM nachgewiesen wurde.
"Dieses Signal ist der erste direkte Beleg dafür, dass Teilchenstrahlen aus Antimaterie in Gewittern erzeugt
werden", sagt Michael Briggs vom GBM-Team an der Universität Alabama.
Dieser Nachweis von Positronen zeigt, dass hochenergetische Teilchen tatsächlich in Massen aus der
Atmosphäre geschleudert werden. Die Wissenschaftler glauben nun sogar, dass alle TGFs
Elektron-Positronstrahlen aussenden. "Es ist allerdings immer noch unklar, wie TGFs erzeugt werden
und auch wie klassische Gewitterblitze entstehen", ergänzt Jochen Greiner vom MPE, leitender
Wissenschaftler des GBM in Deutschland. Obwohl Turbulenzen in Gewitterwolken riesige Spannungen
erzeugen können, sind diese doch um mindestens einen Faktor 10 zu klein, als das sie die Luft
ionisieren und Funken erzeugen. Könnten. TGS könnten eventuell als Trigger fungieren.
Ein wissenschaftlicher Artikel zu diesen Ergebnissen wird in Bälde in den Geophysical Research
Letters veröffentlicht.
Ausführlichere deutsche Informationen zu Fermi, dem GBM und den TGFs finden sich in dem kürzlich
erschienenen Artikel "Das tobende Universum" von J. Greiner im Physik Journal 9, Heft 12 (2010)
S. 29-34.
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