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Messier 101 (NGC 5457) ist eine Galaxie mit einem kleinem Bulge und einem massereichen
Halo aber einem kleinen schwarzen Loch. Beobachtungen zeigen, dass diese riesige Galaxie kein schwarzes
Loch beherbergen kann, selbst wenn es so klein ist wie das unserer Milchstraße.
Bild: wikisky.org
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NGC 6503 ist ein weiteres Beispiel für eine Galaxie ohne Bulge, einem massereichen Halo
und einem kleinen schwarzen Loch.
Bild: wikisky.org
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Messier 31 (NGC 224), der Nachbar unserer Milchstraße mit einem klassischen, großen Bulge.
Wie Bender, Kormendy et al. 2005 zeigten, enthält diese Galaxie ein schwarzes Loch mit 140 Millionen
Sonnenmassen, etwa 40 mal schwerer als das schwarze Loch in unserer eigenen Galaxie (Astrophysical
Journal 631, 280).
Bild: wikisky.org
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Die Sombrero-Galaxie (M104, NGC 4594) ist ein weiteres Beispiel für eine Galaxie, die von
einem Bulge dominiert wird. Sie enthält ein schwarzes Loch mit etwa 1000 Millionen Sonnenmassen,
wie Kormendy, Bender et al. 1996 zeigten (Astrophysical Journal 473, L91).
Bild: HST, STScI
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Kein Zusammenhang zwischen Dunkler Materie und massereichen Schwarzen Löchern in Galaxienkernen
Massereiche schwarze Löcher gibt es im Zentrum fast aller Galaxien, wobei die größten Galaxien -
die auch von den größten Halos aus Dunkler Materie umgeben sind -die schwersten schwarzen Löcher
beherbergen. Dies führte zu der Vermutung, dass es eine direkte Verbindung zwischen Dunkler Materie
und schwarzen Löchern geben und dass somit die Physik exotischer Materie das Wachstum eines
schwarzen Lochs bestimmen könnte. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für extraterrestrische
Physik, der Universitätssternwarte München und der Texas-Universität in Austin haben nun eine
umfangreiche Studie an Galaxien durchgeführt um den Beweis zu erbringen, dass die Masse eines
schwarzen Lochs nicht direkt mit der Masse des Halos aus Dunkler Materie zusammenhängt. Die Masse
des schwarzen Lochs wird vielmehr durch die Entstehung des galaktischen Bulges bestimmt. Diese
Ergebnisse werden am 20. Januar in der renommierten Zeitschrift Nature veröffentlicht.
Galaxien wie unsere Milchstraße bestehen aus Milliarden Sternen sowie gewaltigen Mengen an Gas und
Staub. Diese Komponenten können bei unterschiedlichen Wellenlängen beobachtet werden, vom Radio-
und Infrarotbereich für kühlere Gebiete bis hin zu optischen und Röntgenwellenlängen für Teile,
die auf hohe Temperaturen aufgeheizt wurden. Es gibt noch zwei weitere wichtige Komponenten, die
keinerlei Licht aussenden und sich nur durch ihre gravitative Wirkung bemerkbar machen.
Alle Galaxien sind einen Halo aus "Dunkler Materie" eingebettet, der weit über die sichtbaren
Ränder der Galaxie hinausreicht und den größten Teil ihrer Masse beiträgt. Auch wenn dieser Halo
nicht direkt beobachtet werden kann, so kann er doch aufgrund seiner Wirkung auf die Bewegung der
Sterne, Gas und Staub vermessen werden. Die Beschaffenheit der Dunklen Materie ist bislang unbekannt,
allerdings denken die Wissenschaftler, dass sie aus exotischen Teilchen bestehen, die sich
grundlegend von der normalen (baryonischen) Materie unterscheiden, aus der wir, die Erde, die
Sonne und Sterne gemacht sind.
Der zweite unsichtbare Bestandteil einer Galaxie ist das extrem massereiche schwarze Loch in
ihrem Innern. Im Zentrum unserer Milchstraße befindet sich ein schwarzes Loch, das etwa vier
Millionen mal schwerer ist als die Sonne. Derartige Schwerkraftmonster, oder noch massereichere,
konnten in allen leuchtkräftigen Galaxien mit zentralen Bulges nachgewiesen werden, bei denen
eine direkte Suche möglich war; die Astronomen nehmen an, dass die meisten oder sogar alle Galaxien
mit einem Bulge ein schwarzes Loch in ihrem Zentrum beherbergen. Auch diese Komponente der
Galaxie kann aber nicht direkt beobachtet werden; die Masse des schwarzen Lochs ergibt sich
aus der Bewegung der Sterne in seiner Umgebung.
Seit 2002 gibt es Spekulationen, dass eine enge Korrelation bestehen könnte zwischen der Masse
des schwarzen Lochs und der äußeren Rotationsgeschwindigkeit in galaktischen Scheiben, die vom
Dunklen Materiehalo bestimmt wird. Dies würde bedeuten, dass die unbekannte Physik der exotischen
Dunklen Materie auf irgendeine Weise das Wachstum des schwarzen Lochs bestimmen würde. Andererseits
wurde schon einige Jahre zuvor gezeigt, dass die Masse des schwarzen Lochs gut mit der Masse des
Bulges oder der Leuchtkraft korreliert. Da größere Galaxien im allgemeinen auch größere Bulges
besitzen, war nicht klar, welche dieser Korrelationen nun tatsächlich das Wachstum der schwarzen
Löcher bestimmt.
Um diese Frage zu beantworten, untersuchten John Kormendy und Ralf Bender Galaxien, die in
massereichen Halos aus Dunkler Materie eingebettet sind und damit hohe Rotationsgeschwindigkeiten
aufweisen, die aber nur kleine oder gar keine Bulges haben. Dabei fanden sie heraus, dass Galaxien
ohne Bulge - selbst wenn sie von massereichen Dunklen Materiehalos umgeben waren - im besten Fall
schwarze Löcher sehr kleiner Masse enthielten. Die Forscher konnten damit zeigten, dass das
Wachstum der schwarzen Löcher hauptsächlich mit der Entstehung eines Bulges und nicht mit der
Dunklen Materie zusammenhängen.
"Man kann sich nur schwer vorstellen, wie eine über große Entfernungen dünn verteilte Dunkle
Materie das Wachstum eines schwarzen Lochs in einem winzigen Raum tief im Innern einer Galaxie
beeinflussen könnte", sagt Ralf Bender vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
und der Universitätssternwarte München. John Kormendy von der Texas-Universität fügt hinzu:
"Es ist weitaus plausibler, dass die schwarzen Löcher durch Gas aus ihrer Umgebung wachsen,
insbesondere während der Entstehungsphase der Galaxien." Im allgemein anerkannten Bild der
Strukturbildung im Universum werden die Scheiben von Galaxien durch häufige Verschmelzungen
mit anderen Galaxien durcheinandergewirbelt, wodurch Gas ins Zentrum fallen kann. Dies löst
zum einen eine erhöhte Sternentstehungsaktivität aus und führt dem schwarzen Loch zum anderen
Material zu. Kormendys und Benders Beobachtungen deuten darauf hin, dass dies in der Tat der
dominierende Prozess ist, der zur Entstehung und zum Wachstum schwarzer Löcher führt.
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